• Regina Ofner

7 Erkenntnisse auf dem Weg zur Gestalterin meines Lebens

Was haben ein Couch-Potato und eine ambitionierte Bergsteigerin gemeinsam? Wahrscheinlich nicht viel! Und trotzdem verbindet die Beiden mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Nämlich meine ganz persönliche Reise von der passiven jungen Frau, die sich hat treiben lassen, zur aktiven Gestalterin meines Lebens. Was ist passiert? Und vor allem welche Erkenntnisse habe ich durch meine ganz persönliche Transformation gewonnen?


Ich liebe Bewegung. Doch das war nicht immer so. Viele meiner Lebensjahre habe ich mich in einem statischen Koma befunden. Körperlich und seelisch wurde ich immer lebloser. Und das trotz eines gutes Jobs, Auslandserfahrung als Projektmanagerin und diversen Erfahrungen in Teamleitungen.


Doch ich musste erst erkennen, dass ich manch Altes loslassen muss um wieder Neues in meinem Leben zu integrieren. Heute weiß ich, Gestalter_in des eigenen Lebens zu sein ist stark verbunden mit den vielen kleinen und großen Entscheidungen, die ich treffen kann oder eben auch nicht.


Die Regina von heute, könnte mit der Regina von vor 10 Jahren nix mehr anfangen!

Das ich im Laufe der letzten drei Jahre viele Entscheidungen getroffen und somit auch Verantwortung für mein Leben übernommen habe, wurde mir erst vor kurzem so richtig bewusst. Mitten in einer angeregten Unterhaltung sagte mir mein Gegenüber: die Regina von vor 10 Jahren könnte mit der Regina von Heute nix mehr anfangen. Das Selbe gilt wohl auch umgekehrt.


Denn es hat sich sehr viel verändert bei mir, äußerlich wie innerlich. Krisen, Umbrüche, hinschauen, einlassen und aushalten wurden dabei ständige Begleiter.


Doch was war der Auslöser für diesen Wandel? Mir ist klar geworden: keiner kennt mich so gut wie ich mich selber. Ergo, kann und muss ich Entscheidungen für mich treffen und auch die Verantwortung für diese tragen.


Dieser Gedanke bewirkte eine wichtige Veränderung in mir. Auf einmal war ich nicht länger das Opfer meines Lebens, meiner Geschichte, meiner Prägung oder meiner Unzulänglichkeiten. Mehr und mehr werde ich zu der einzigen Person, die befähigt ist mein Leben zu gestalten.


Meine ganz persönlichen Erkenntnisse auf dem Weg zur Gestalterin meines Lebens zu werden


Lass herausfordernde Fragen zu


"Gute Frage - nächste Frage" kennst du das? Sarkasmus ist eine gängige Strategie, um Fragen die uns herausfordern aus dem Weg zu gehen.


Doch das ist total dumm! Warum - weil wir dadurch wertvolle Chancen verpassen. Unsere Welt ist selten nur schwarz oder weiß. Sie ist bunt, vielfältig, widersprüchlich und komplex.


Herausfordernde Fragen geben dir die Möglichkeit, etwas aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Auch auf die Gefahr hin, dass es dann eben nicht mehr so klar und einfach ist wie vorher. Da wo es nicht nur schwarz oder weiß, richtig oder falsch gibt, da ist Platz für viele verschiedene Schattierungen.


Herausfordernde Fragen können dir bisher ungeahnte Möglichkeitsräume eröffnen.

Fragen haben das Potential, dich über den eigenen Tellerrand schauen zu lassen. Sie öffnen den Blick und laden dazu ein, eine neue Perspektive einzunehmen. Dabei können sich bisher unbekannte oder versteckte Möglichkeiten offenbaren. Das bedeutet, dass Spielfeld deiner bisherigen Gestaltungsmöglichkeiten bekommt neue Dimensionen und wird größer.


Achte auf deine Grenzen


Jeder Mensch und somit auch du, hat seine ganz persönlichen Grenzen. Sie helfen dir wahrzunehmen:


  • wie weit du andere Menschen an dich heranläßt,

  • wieviel du bereit bist von dir preiszugeben,

  • welche Wagnisse du bereit bist einzugehen und noch vieles mehr...


Grenzen definieren deine persönliche Schutz- und Sicherheitszone.

Stellst du dir auch manchmal die Frage, ob du in einer bestimmen Situation überhaupt das Recht auf deine Grenze hast? Vielleicht reagiert jemand wütend, zornig oder ist enttäuscht, wenn du deine Grenze aufzeigst.


Meine Erfahrung ist, dass es Überwindung kostet seine Grenzen aufzuzeigen. Und ja, nicht immer sind die Reaktionen der Menschen um mich herum ermutigend. Oft ist es Unverständnis die mir ins Gesicht weht. Doch langfristig stelle ich fest, dass ich mehr wahrgenommen und respektiert werde als früher.


Gerade in Beziehungen helfen Grenzen uns einander wahrzunehmen und geben unserem Miteinander einen sicheren Rahmen.


Gestalter_in seines Lebens zu werden, heißt seine Grenzen ernst zu nehmen und zu respektieren.

Übrigens sind diese Grenzen meist nicht statisch sondern beweglich. Mal dürfen sie weiter sein - mal enger. Das kommt ganz auf die jeweilige Situation an. Auch ist es wichtig, hier und da über seine Grenzen zu gehen. Doch nur unter diesen drei Bedingungen:


  • du triffst die Entscheidung für deine Grenzüberschreitung

  • die Situation erfordert es und

  • du hast die Chance dich dabei weiter zu entwicklen

Kenne deine Werte


Werte sind etwas ganz spannendes. Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Werte. Im übrigen ist es deinen Werten egal ob du sie kennst oder nicht, sie beeinflussen deinen Alltag maßgeblich.


Deine Werte entscheiden darüber, ob du dein Leben als sinnvoll und gelingend betrachtest.

Vor etwa 4 Jahren habe ich begonnen mich mit dem Thema Werte auseinanderzusetzen. Das hat mir eine ganz neue Welt eröffnet. Mein Schlüsselerlebnis war, dass ich meine fünf Wurzelwerte für mich entdeckt habe. Dadurch war ich auf einmal in der Lage, mich selbst viel besser zu verstehen. Denn Werte erfüllen wichtige Aufgaben:


  • Werte sind ein Spiegel deines Herzens und entscheiden darüber was dir wichtig ist.

  • Dein Denken und Handeln wird von deinen Werten beeinflußt.

  • Als unser persönlicher Indikator für richtig und falsch formen sie deine Lebensregeln.

  • Werte zeigen dir die Richtung, denn sie sind dein innerer Kompass.

  • Längere Zeit gegen die eigenen Werte zu leben kann Burn Out verursachen.

  • Sie sind dein persönlicher Maßstab ob du dein Leben als gelingendes Leben bewertest.

Um das Leben für dich sinnvoll und selbstbewußt zu gestalten, braucht es ein Leben in Übereinstimmung mit deinen eigenen Werten. Bewußte Werte machen dich nämlich nicht nur entscheidungsfreudiger sondern auch erfolgreicher. Und das hilft dir Gestalter_in deines Lebens zu sein.


Wenn du jetzt Lust bekommen hast noch mehr über Werte zu erfahren, dann möchte ich dir meinen Blogartikel zum Thema Werte ans Herz legen.


Gewinne neue Perspektiven


Laut Wikipedia bezeichnet Perspektive den Standpunkt, von dem aus etwas gesehen wird.


Wir Menschen sind räumlich gebundene Wesen. Daher können wir nicht mit einer anderen Person an ein und demselben Standort stehen. Wenn du im Museum ein Bild betrachtest, kann die Person neben dir, das selbe Bild nicht von deinem Standort aus betrachten. Das führt wiederum dazu, dass zwei Personen zwar auf das gleiche Bild schauen, jeweils aber eine andere Perspektive ein nehmen.


Die Perspektive beeinflusst das, was du sieht. Wie du das Gesehene allerdings interpretierst und welche Schlüsse du daraus für dich ziehst, hängt sehr stark mit deinem ganz persönlichen Erfahrungsschatz zusammen. Und um das Ganze noch so richtig schön komplex zu machen, dürfen deine Prägung, deine Persönlichkeit und die Kultur in der du dich bewegst auch noch ein Wörtchen mitreden.


Ein und das selbe Erlebnis kann von unterschiedlichen Personen unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert werden.

In der Realität haben wir eine gute Strategie gefunden um diese Unterschiedlichkeiten zu kompensieren. Wir tun uns einfach mit den Menschen zusammen, die sehr ähnliche Anschauungen bzw. Meinungen vertreten wie wir selbst.


Wie sagt schon der Volksmund: Gleich und Gleich gestellt sich gern!


Das klingt eigentlich nach einer guten Lösung. Leider berauben wir uns mit dieser Lösungsstrategie mal wieder selber und lassen uns viele Entwicklungschancen entgehen.


Wie bereits zu Beginn dieses Kapitels festgestellt, erfolgt die eigene Beurteilung aufgrund unseres Perspektive und Interpretation. Das bedeutet meine Perspektive deckt im allerbesten Fall 50% der möglichen Sichtweisen ab.


Somit meine Empfehlung, lass neue Perspektiven zu um dein Leben aktiv zu gestalten. Wechsle deinen Standpunkt und mach dir ein neues Bild der Lage. Es wird nicht nur deinen Horizont öffnen sondern dir auch ganz neue Möglichkeiten aufzeigen.


Übe dich in Reflexion


Ich erinnere mich an ein Theaterstück, dass ich vor vielen Jahren mal gesehen habe. Es heißt Work-Eat-Sleep, also Arbeiten-Essen-Schlafen.


Der Alltag von vielen Erwerbstätigen folgt genau diesem Muster. Und ist das Hamsterrad erst mal in Bewegung, scheint es unmöglich einfach mal anzuhalten, innezuhalten und Pause zu machen.


Wobei, sich im Hamsterrad zu bewegen hat ja auch wieder was praktisches!


  • Es schützt dich davor über die Sinn- oder Unsinnhaftigkeit deiner Tätigkeit nachzudenken.

  • Du kommst nicht in die Versuchung, herauszufinden was du eigentlich willst.

  • Es schützt dich vor dir selbst. Davor was du in der ein oder anderen Reflexionsphase wohl erkennen könntest.

  • Vor allem aber schützt es dich vor deinem Potential und der Erweiterung deiner eigenen Möglichkeiten.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Reflexion!


Reflexion hilft dir, aus Ereignissen der Vergangenheit zu lernen. In meinem Fall hat es mir geholfen zu erkennen wohin ich mich entwickeln möchte und wovon ich mich verabschieden will.


Reflexion hilft dir, zu erkennen wovon du dich verabschieden möchtest und wohin du dich entwickeln möchtest.

Mit zeitlichem Abstand betrachtet, kommt mir so manche Situationen gar nicht mehr so schlimm oder peinlich vor, wie ich es damals empfunden habe.


Oder ich musste schmerzhaft erkennen, dass einige Momente der gefühlten Stärke oder Überlegenheit, auf Kosten anderer Menschen stattgefunden haben.


Meine Haltung und mein persönliches Bewertungsschema zu einzelnen Situationen und Themen sollte regelmäßig hinterfragt werden. Wer sein Leben gestalten möchte, muss sich immer wieder in Reflexion des eigenen Standpunktes üben.


Habe Träume, Ziele und Visionen


Bist du eher Traumtänzer_in, Luftschlossbauer_in oder Visionär_in? Oder vielleicht gar nichts davon?


Fühlst du dich ertappt, weil du jetzt gerade im Moment keinerlei Berührungspunkte verspürst?

Dann möchte ich die einladen, ein kleines Wagnis einzugehen und dich auf deine Träume, Visionen und Ziele einzulassen.


Es war genau das Fehlen von Träumen, Visionen und Zielen, weshalb mir mein Alltag so anstrengend vorkam.

Als Kind war ich sehr verträumt und phantasiereich. Und trotzdem war ich viele Jahre meines Lebens ziellos, ohne Vision und Träume unterwegs. Für mich gab es nur die harte Realität und die war schon schwer genug.


Rückblickend kann ich sagen, es war genau das Fehlen von Träumen, Visionen und Zielen, weshalb mir mein Alltag so anstrengend vorkam. Ohne konkrete Ziele war alles was ich tat sinnlos. Ohne Träume driftete vorher wichtiges immer mehr in die Bedeutungslosigkeit ab.


Deshalb möchte ich dich hier und jetzt zum Träumen einladen. Denk nicht darüber nach ob es realistische oder sehr unwahrscheinliche Träume sind. Glaube mir, noch vor fünf Jahren wäre es total unrealistisch gewesen, mich einmal auf dem höchsten Punkt in Österreich zu sehen.


Fang an zu Träumen und setz dir kleine, realistische Ziele, die dich herausfordern und deinen Traum ein Stück weit Realität werden lassen.


Nicht vergessen: du darfst deine Erfolge, egal ob groß oder klein, Feiern und dabei Stolz auf dich sein.


Und genau das bringt mich jetzt zu meiner letzten wichtigen Erkenntnis!


Hinfallen - aufstehen - weitergehen


Hinzufallen ist meistens gar nicht so schlimm. Bereits als Kleinkind machen wir diese wertvolle Erfahrung. Egal ob beim Laufen lernen oder etwas später wenn wir stolz das erste mal ganz alleine mit dem Fahrrad davon düsen.


Dieser "trial and error" Ansatz ist von Beginn an in uns drinnen. Doch irgendwann, so zumindest meine Erfahrung, geht uns diese wichtige Erfahrung verloren. Wir werden mehr und mehr darauf trainiert zu funktionieren und Ergebnisse zu liefern. Gerade im Kontext von Beruf und Arbeit sind Fehler, Scheitern oder Versagen Tabus die nur langsam und vereinzelt aufbrechen.


Ich bin nicht gescheitert. Ich habe nur 10.000 Wege entdeckt die nicht funktioniert haben.

Thomas Alva Edison, Erfinder der Glühbirne


Dabei ist Scheitern eine Einladung an mich. Es gibt mir die Chance zu lernen und zu hinterfragen.


  • Hatte ich einen Denkfehler?

  • Habe ich mich zu wenig vorbereitet?

  • War ich zu schnell oder zu langsam, oder...?

Scheitern fordert mich heraus weiter zu denken, mutiger zu werden, meine Kreativität zu steigern und noch vieles mehr.


Gleichzeitig bedeutet meine Entscheidung aufzustehen auch die Kontrolle über eventuelle negative Emotionen zu erhalten. Das bedeutet nicht die Emotionen kontrollieren mich sondern ich erlange wieder Entscheidungsmacht über meinen weiteren Weg.


Und wer gestaltet dann mein Leben? - richtig ICH.


Starte jetzt - gestalte dein Leben


Abschließend möchte ich dich ermutigen, warte nicht zu lange um Gestalter_in deines Lebens zu werden. Auch wenn der Weg nicht immer einfach ist und manches viel Übung braucht um es zu integrieren, gib nicht auf.


Es ist dein Leben. Ganz egal ob privat oder beruflich lass nicht zu dass andere bestimmen wie sich dein Leben entwickelt. Nimm die Herausforderung an und sei Gestalter_in deines Lebens.

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